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Inhalt:
Allgemeines zu Rum / Ron
Herstellung von Rum / Ron
Rumtypen
Rum und Cachaca
Rum-Erzeugerländer
Rumverschnitt
Empfehlenswerte Rums
Rum genießen (Wie trinken?)
 


Havanna Club (Añejo 3 años, Añejo especial, Añejo reserva, Añejo 7 años)
Havanna Club (v.l.: Añejo 3 años, Añejo especial, Añejo reserva, Añejo 7 años)

Allgemeines zu Rum / Ron

Während  Whisky und  Cognac den Ruf besitzen, edle Alkoholika zu sein, wird Rum (spanisch: Ron) leider oft mit alkoholkranken Seefahrern in Verbindung gebracht und daher oft als billiger Fusel verkannt. Die meisten Leute kennen leider Rum ausschließlich in Form von Rumverschnitten, die in Deutschland weitverbreitet sind und ganz wesentlich den schlechten Ruf des echten Rums mitgeprägt haben. Viel zum schlechten Ruf hat auch der österreichische "Stroh Rum" beigetragen, der dort als "Inländerrum" bezeichnet wird und mit richtigem Rum absolut garnichts zu tun hat.

Nachfolgend wird erklärt, was Rum eigentlich ist, worin er sich von Cachaca unterscheidet (für beides dient ja schließlich Zuckerrohr als Ausgangsprodukt), welchen Unterschied es zwischen echtem Rum und "Inländer-Rum" bzw. Rumverschnitt gibt und was Sie beim Kauf beachten sollten. Wenn Sie einmal guten Rum probiert haben, werden Sie ihn zukünftig wahrscheinlich auf der gleichen Qualitätsstufe wie Whisky und Cognac einordnen - dort, wo er auch preislich hingehört.


Herstellung von Rum / Ron

Wie Auswahl an Rums (Mount Gay, Captain Morgan, Saint James, Caribbean Club) Sie sicher schon gehört haben, wird Rum aus Zuckerrohr hergestellt. Zuckerrohr ist eine mit den Gräsern verwandte Pflanze, die ungefähr 3 m hoch wird und vor allem in holzigen Teil der Pflanze Zucker anlagert. Sie braucht für ein gutes Wachstum und eine gute Zuckerqualität möglichst viel Sonne und hohe Temperaturen. In die Karibik kam sie erst durch Menschenhand. Daß Rum aus Zuckerrohr hergestellt wird, ist aber nur die halbe Wahrheit, denn Rum wird normalerweise nicht etwa aus vergorenem Zuckerrohrsaft hergestellt sondern aus Melasse. Melasse ist eine meist dunkelbraune, dickflüssige Flüssigkeit, die bei der Zuckerherstellung anfällt. Genaugenommen ist sie ein Abfallprodukt, aber aus Sicht der Rumherstellung ist sie ein sehr hochwertiger Rohstoff, denn in ihr sind die Aromastoffe des Zuckerrohrs aufkonzentriert. Das kommt daher, daß für die Zuckerherstellung das Zuckerrohr zuerst einmal ausgepreßt wird, wobei man den braungrünen Zuckerrohrsaft erhält. Diesen kann man übrigens trinken; in tropischen Ländern wird er oft mit Wasser verdünnt als Erfrischungsgetränk am Wegesrand angeboten. Er schmeckt zwar süß aber keineswegs wie Zuckerwasser, sondern besitzt durch die Begleitstoffe ein eigenes Aroma. Bei der Zuckerherstellung wird dieser Saft eingedickt und der darin enthaltene Zucker auskristallisiert. Allerdings lassen sich nicht alle im Zuckerrohrsaft vorkommenden Zuckerarten auskristallisieren, so daß eine stark zuckerhaltige, dunkle Flüssigkeit übrigbleibt. Diese enthält die meisten der ursprünglichen Begleitstoffe und daher ein ausgeprägtes Aroma.

Diese Melasse wird zur Rumherstellung durch Hefezugabe vergoren und dann destilliert, wobei wie beim Whisky mehrere unterschiedliche Brennverfahren verwendet werden. Manchmal vergärt man auch ein Gemisch aus Melasse und frischem Zuckerrohrsaft. Dank des aufkonzentrierten Aromas der Melasse schmeckt das wasserklare Destillat, der frische Rum, nicht neutral wie z.B. Wodka, sondern besitzt einen typischen Eigengeschmack. Zur Reifung kommt er nach dem Brennen (d.h. Destillieren) in Holzfässer. Gerne verwendet man bereits benutze Holzfässer, in denen vorher Whisky (oder vor allem auf den französischsprachigen Antillen Cognac) gelagert wird. Bei Lagerung im Holzfaß verbessert sich der Geschmack und damit die Qualität des Rums, wobei zusätzlich seine Farbe zunehmend dunkler wird. Lediglich bei Massenware wird der frisch destillierte Rum in Edelstahltanks gelagert und zusätzlich oft mit mit Aromastoffen versetzt.

Vor der Abfüllung in Flaschen wird der Rum auf Trinkstärke verdünnt, meistens zwischen 37,5% und 40%. Echten Rum können Sie anhand des Etiketts sehr leicht erkennen: Sofern er von Herstellern in spanischsprechenden Ländern stammt, ist er auf dem Etikett mit "Ron" gekennzeichnet. Aufgrund ihrer Seefahrervergangenheit befinden sich jedoch einige Rumbrennereien in der Karibik in englischer Hand, die ihre Produkte mit der englischen Bezeichnung "Rum" in den Handel bringen. Wenn das vordere Etikett in deutscher Sprache beschriftet ist, handelt es sich hingegen fast ausnahmslos um minderwertigen  Rumverschnitt.

In seltenen Fällen kann man Rum mit 73 bis 75,5% Alkohol kaufen, der als Geschmacksträger für Cocktails verwendet wird. Pur sollte man ihn nicht trinken, auch wenn dies mancher Hartgesottene in kleinen Mengen verträgt. Bei langer Lagerung im Holzfaß nimmt der Alkoholgehalt des Rums durch Verdunstung auf ganz natürliche Weise ab. Dieser Rum wird manchmal unverdünnt in Flaschen abgefüllt und kommt als "barrell proof" in den Handel und hat dann meistens einen Alkoholgehalt von mehr als 40% - manchmal sogar deutlich mehr.


Rumtypen

Im Rum Flor de Cana wesentlichen gibt es 2 Grundtypen von Rum: Die erste Sorte Rum ist relativ hell, wobei Farbe und Geschmack alleine durch das Holzfaß geprägt werden. Der typische dreijährige Rum hat eine gelbliche Farbe, die bei weiterer Lagerung mehr und mehr ein helles Braun ergibt. Der weiße Rum gehört ebenfalls zu dieser Gruppe. Es handelt sich entweder um sehr jungen Rum oder, wenn er qualitativ hochwertiger ist, um in Holzfässern gelagerter Rum, dem die Farbe entzogen wurde. Wasserklarer Rum ist zum puren Trinken nur wenig geeignet und wird fast ausnahmslos für Mixgetränke verwendet. Der durch Lagerung gelbliche und vor allem der braune Rum wird hingegen üblicherweise pur getrunken. Er ist auch aus preislichen Gründen zu schade zum Mixen. Durch die in den Erzeugerländern herrschenden höheren Temperaturen kann man die Lagerzeit nicht direkt mit der Lagerzeit von Cognac oder Whisky vergleichen, denn es ergibt sich sozusagen ein Beschleunigungsfaktor gegenüber einer kühlen Lagerung in Frankreich oder gar im kalten Schottland, der deutlich größer als 2 sein kann.

Die zweite Sorte Rum sind die karamelisierten Rums, bei denen Zuckercouleur zugegeben wird, um Farbe und Geschmack zu beeinflussen. Im Vergleich zu Cognac und Whisky, wo ganz geringe Mengen an Zuckercouleur nur zur Steuerung der Farbe zugegeben werden, wird hier mehr Zuckercouleur zugesetzt (absolut gesehen handelt es sich trotzdem nur um recht geringe Mengen), die den Geschmack abrunden aber nicht prägen. Die Zugabe von Zuckercouleur ist dabei keineswegs als Panscherei anzusehen sondern als Veredelungsprozeß wie z.B. das Mischen von Weinen verschiedener Rebsorten bei Bordeaux-Wein. Oder wußten Sie, daß selbst teuerstem Cognac bis zu 3% Zucker zugesetzt werden darf? Der Geschmack karamelisierter Rums ist intensiv und trotzdem mild, während ihre Farbe tiefbraun ist. Leider werden manchmal auch die helleren Rums durch geringe Zugabe von Zuckercouleur dahingehend geschönt, daß kurz gelagerte Rums eine Farbe erhalten, die sie normalerweise erst nach etlichen Jahren im Faß erhalten. Geschmacklich wirkt sich das jedoch aufgrund der sehr geringen Mengen jedoch nicht aus, denn Zuckercouleur färbt sehr intensiv.


Rum und Cachaca

Rum Cachaca wird wie oben gesagt aus Melasse hergestellt, manchmal unter Zugabe von Zuckerrohrsaft. Cachaca wird im Gegensatz hierzu ausschließlich aus vergorenem Zuckerrohrsaft destilliert. Cachaca wird auch nicht in Holzfässern gelagert, sondern kommt frisch gebrannt in den Handel. Aus diesem Grund ist Cachaca auch immer wasserklar. Zum Pur-Trinken ist er kaum geeignet sondern nur zum Mixen. Weltberühmt ist der Caipirinha, der aus Cachaca, Limettensaft und braunem Zucker besteht.

Es könnte alles so schön einfach und unkompliziert sein, jedoch wird auf den französischsprachigen Antillen Rum vorzugsweise aus Zuckerrohr und eben nicht aus Melasse hergestellt. Im Gegensatz zum Cachaca wird dieser jedoch in Holzfässern gelagert (typischerweise in gebrauchten Cognac-Fässern), wodurch er genauso Farbe und Geschmack bekommt wie aus Melasse hergestellter Rum. Er schmeckt zwar frischer als dieser aber leider auch nach langer Lagerung nicht so weich und rund.


Rum-Erzeugerländer

Die Thai-Rum (Mekhong, Sang Som) Menschheit war immer schon sehr kreativ, was die Herstellung von alkoholischen Getränken aus zucker- oder stärkehaltigen Pflanzen angeht. Entsprechend wurde schon früh aus Zuckerrohrsaft bzw. aus der bei der Zuckerproduktion anfallenden Melasse Schnaps hergestellt. Zuckerrohr wächst aufgrund seiner Anforderungen an das Klima vorzugsweise in tropischen und eingeschränkt auch subtropischen Gebieten, in denen es genug Wasser gibt. Entsprechend sind die Erzeugerländer rund um die Erde verteilt, auch wenn sie nicht alle im großen Stil Rum exportieren, sondern hauptsächlich für den eigenen Bedarf produzieren.

Weltbekannt sind als Erzeugerländer die Karibikinseln - allen voran Jamaika und Kuba. Auch die anderen Karibikinseln und etliche Anrainerstaaten sind als Rumproduzenten bekannt, vor allem Barbados und die Dominikanische Republik. Allgemein weniger bekannt aber von Kennern durch qualitativ hochwertige Rums durchaus geschätzt sind die Erzeugerländer Venezuela und Kolumbien. Auch die USA gehören zu den Rumproduzenten, allerdings nicht zu den guten, auch wenn die ehemals kubanische Marke Bacardi nahezu omnipräsent ist. In Asien wird ebenfalls Rum produziert, vor allem in Thailand und den Philippinen, wobei speziell letztere einige bemerkenswerte Rums herstellen, die nur leider hierzulande so gut wie nicht erhältlich sind. Selbst Australien gehört zu den großen Rumproduzenten, auch wenn dies wenig bekannt ist.

Der erste Rum wurde übrigens 1703 auf Barbados hergestellt und nicht auf Jamaika, wie man aufgrund des bekannten Jamaika-Rums vermuten könnte. Die Brennerei am Mount Gay gibt es heute noch, und sie stellt immer noch einen hervorragenden Rum gleichen Namens her.
Barbados-Rum MountGay
Mount Gay Rum



Rumverschnitt

In Deutschland gibt es mitunter seltsame Gesetze und Verordnungen. So darf sich in Deutschland ein Fusel "echter Rum" nennen, der lediglich 5% echten Rum beinhaltet und mit billigem Agraralkohol gestreckt ist. Entsprechend katastrophal riecht und schmeckt dieser Fusel. Spiritus riecht kaum anders. Man findet Rumverschnitt häufig in Discountläden, aber leider auch in besseren Supermärkten, wobei der Preis noch nicht einmal niedriger sein muß als der wirklich echten Rums. Wenn das vordere Etikett in deutscher Sprache beschriftet ist, sollten Sie die Finger davon lassen, denn dieses Zeugs kann man meiner Meinung nach höchstens als Alkoholzusatz zum Fensterreinigen verwenden. Leute, die notfalls auch Rasierwasser trinken, um den Pegel zu halten, werden möglicherweise ebenfalls Gefallen daran finden. Alle anderen kann man davor allerdings nur warnen.

Die Bezeichnungen "echter Übersee-Rum" oder "echter Jamaika-Rum" erfüllen vielleicht die Gesetzesvorgaben (wie gesagt muß er nur 5% echten Rum enthalten, der Rest darf Agraralkohol sein) aber keinesfalls die Erwartungen der Verbraucher. Trinken sollten Sie solchen Fusel jedenfalls auf gar keinen Fall. Vor allem in Bremen gab es ehemals viele Rumkontore, die Rumverschnitte herstellten und die derartige Müllprodukte mit zwar gesetzeskonformen aber eigentlich irreführenden Bezeichnungen auf den Markt brachten. Bis heute haben glücklicherweise nur sehr wenige überlebt.

Agraralkohol ist übrigens das gleiche wie Spiritus, nur daß der Agraralkohol nicht mit Vergällungsmitteln versetzt ist, die den Spiritus ungenießbar machen sollen, damit der Staat keine Branntweinsteuer auf ihn erhebt. Es handelt sich um einen meist aus Zuckerrüben oder manchmal auch aus Kartoffel- bzw. Getreideüberbeständen hergestellten, möglichst billigen Alkohol, der aus Kostengründen selbstverständlich keiner Lagerung im Faß unterzogen wird.


Empfehlenswerte Rums

Guter, Rumempfehlung: Old Pascas, Brugal, Cacique lange gelagerter Rum ist mitunter sehr und manchmal sogar extrem teuer. Für manche kubanischen Spitzenprodukte in limitierter Auflage muß man pro Flasche immerhin weit über 1000 Euro hinblättern. Auch wenn es sich sicherlich um hervorragende Rums handelt, darf bezweifelt werden, daß sie ihr Geld wert sind, denn eigentlich ist das Ausgangsprodukt ja ein Abfallprodukt bei der Zuckerherstellung. Und das Lagern im Faß kostet auch nicht die Welt, wie die schottischen oder irischen Whiskyhersteller beweisen. Diese müssen zudem europäische Löhne und Betriebskosten bewältigen, wobei zudem das Ausgangsprodukt Gerstenmalz erheblich teurer als Melasse ist. Es ist daher nicht nachvollziehbar, warum mancher Rum teurer als gleichalter Whisky sein soll. Wenn dies damit begründet wird, daß u.a. ein Spezialist vor Ort den Zuckerrohr nach Qualität selektiert, entspringt dies lediglich dem Wunschdenken einer übereifrigen Marketingabteilung und hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun: Melasse ist immer ein Abfallprodukt der Zuckerindustrie, und die hat andere Probleme, als Zuckerrohr nach dubiosen Kriterien zu sortieren. Es gibt jedoch auch Rums mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis.

Ein in Deutschland recht gut erhältlicher dunkler Rum mit unglaublich niedrigem Preis und trotzdem überraschend gutem Geschmack ist der Old Pascas, der von Barbados stammt. Er besitzt einen Alkoholgehalt von 37,5%. Die 0,7l-Flasche kostet üblicherweise zwischen 6 und 8 Euro, bewegt sich also im gleichen Preisbereich wie der katastrophale Rumverschnitt. Es gibt auch weißen Old Pascas mit 37,5%, der ebenfalls von Barbados stammt, sowie dunklen 40%igen und 73%igen, der in Jamaica hergestellt wird und leider in Deutschland nur vereinzelt zu bekommen ist.

In Rum Santa Theresa SelctoRum Columbus Anejo Deutschland nicht ganz so preiswert wie der Old Pascas aber in der Regel von sehr hoher Qualität sind venezuelanische Rums. Cacique und Santa Teresa sind Marken, die man mit ein bißchen Glück in Deutschland erhalten kann. Speziell der Santa Theresa Selecto ist hervorragend. In Spanien trifft man sie häufiger an und findet dort aus historischen Gründen auch weitere venezuelanische Sorten.

Wenn Sie neugierig auf Rum geworden sind und ohne größere Beschaffungsprobleme einen guten Tropfen probieren möchten, können Sie mit dem bekannten kubanischen Havanna Club nichts verkehrt machen, auch wenn er nicht zu den Top-Rums gehört. Hier sollten Sie auch nicht zum Dreijährigen sondern zum Añejo reserva oder gleich zum Añejo 7 años greifen, auch wenn er nicht gerade als Sonderangebot gilt. Der mittlerweile relativ gut erhältliche Brugal aus der Dominikanischen Republik ist eine sehr gute wenngleich ebenfalls nicht billige Wahl. Besagter Old Pascas ist relativ gut erhältlich, und er ist Preis-/Leistungssieger, auch wenn er geschmacklich gegenüber den besten Rums abfällt. Was Sie nicht machen sollten, ist, sich zum Pur-Trinken ein Produkt des amerikanischen Marktführers Bacardi anzuschaffen, denn dann werden Sie wahrscheinlich nicht noch einmal Rum kaufen.


Rum genießen

Alkohol Havanna Club Barrel Proof ist chemisch gesehen ein gutes Lösungsmittel. In den Erzeugerländern wird offenbar davon ausgegangen, daß das Lösungsvermögen auch auf Probleme aller Art zutrifft. Da die Löslichkeit von Problemen in Rum allerdings nicht sehr hoch zu sein scheint, wird einem dort in einfachen Kneipen nicht selten ein randvolles Wasserglas voller Rum serviert, wenn man "un ron" oder besser "un ron añejo" bestellt. Obwohl der Rum selbst in einfachsten Kneipen normalerweise nicht schlecht ist, kann man von Genuß ob der riesigen Menge kaum reden. Hier steht offensichtlich die Flucht aus der Perspektivlosigkeit durch Betrinken im Vordergrund und nicht der Genuß. Diese Darreichungsform sollte man daher keinesfalls als Maß aller Dinge betrachten. In besseren Lokalen wird hingegen Rum üblicherweise in einem kleinen Stielglas serviert. Dieses ist entweder geradwandig oder leicht kelchförmig. Man versucht also nicht, den Duft durch ein nach oben hin sich verjüngendes Glas im Glas zu halten. Dies liegt darin, daß nur relativ kurz gelagerter Rum keinen Duft besitzt, den zu genießen sich aufdrängt. Bei den hohen Temperaturen in den Erzeugerländern verfliegt der Geruch ohnehin recht schnell.

In Deutschland wird jedoch vorzugsweise lange gelagerter Rum bei vergleichsweise niedrigen Außentemperaturen getrunken. Dadurch ist es durchaus möglich und auch empfehlenswert, seinen Duft zu genießen. Hierfür bieten sich die sogenannten Noser, die man für Whisky verwendet, oder aber Sherrygläser an. Auch Grappagläser kann man gut verwenden. Damit Rum sein Aroma voll entfalten kann, sollte er ungefähr Raumtemperatur besitzen, also ca. zwischen 18 und 22 °C. Eis verdirbt den Geschmack des Rums, weil es einerseits die Geschmacksknospen der Zunge lähmt und andererseits den Rum verdünnt, wodurch er einfach nur wässrig schmeckt. Zu warm sollte er wiederum nicht getrunken werden, weil vor allem jüngerer Rum dann einen eher unangenehmen Duft nach reinem Alkohol entwickelt. Einen angenehmen Duft entwickeln normalerweise dunkle Rums und auch etliche lange gelagerte helle Rums. Bei Rum sind Duft und Geschmack jedoch nicht gekoppelt, d.h. ein gut schmeckender Rum muß nicht zwangsläufig auch überragend riechen.

Manchmal kann man Rum mit bis zu 75,5% Alkoholanteil kaufen. Rums mit mehr als 70% sind normalerweise für das Mixen von Cocktails vorgesehen, für die man konzentrierten Rumgeschmack benötigt. Rums mit einem niedrigeren Alkoholgehalt (aber immer noch deutlich mehr als 40%) sind oft lange gelagerte Rums in Faßstärke, die man nicht auf Trinkstärke reduziert hat. Für Hartgesottene ist es sicher möglich, diesen pur zu trinken. Beide Typen sollte man aber besser auf 40% oder je nach Geschmack auch ein bißchen mehr verdünnen, damit sich ihr Geschmack voll entfalten kann.
   

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Letztes Update dieser Seite: 23.08.2014 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)