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Allgemeines
Zielsetzung einer Firma
Zum Kauf animieren
Strategien durchschauen
Wertanalyse
Günstiger Kauf
Fazit
 


Allgemeines

GeldHaben Sie auch schon einmal ein Produkt gekauft und waren damit nicht zufrieden? Wenn es sich um ein sehr preisgünstiges gehandelt hat, waren Sie mit dem Funktionsumfang, der Verwendbarkeit in der Praxis oder aber der Qualität nicht zufrieden? Oder war es im Vergleich zu ähnlichen Produkten sehr teuer und Sie hatten das Gefühl, daß Sie deutlich zuviel ausgegeben haben? Reinfälle dieser Art können Sie leider nicht völlig vermeiden, ohne Spezialist für das jeweilige Produkt zu sein, aber Sie können die Wahrscheinlichkeit drastisch reduzieren, wenn Sie ein bißchen verstehen, wie das Produkt funktioniert (egal ob es sich um ein technisches Gerät oder aber eine Dienstleistung im weitestens Sinn wie z.B. eine Versicherung handelt) und vor allem was sich kommerziell hinter den Kulissen verbirgt.

Nachfolgend wird daher in groben, vereinfachten Zügen beschrieben, wie Marktwirtschaft funktioniert, welche Zielsetzungen sich daraus für eine Firma ergeben und mit welchen Problemen sie konfrontiert ist. Mit dieser Kenntnis sollte es Ihnen nicht schwer fallen, Transparenz in die Angebote zu bringen, auch wenn Firmen oft sehr bemüht sind, ihr Angebot möglichst intransparent zu halten, um direkte Vergleiche mit Konkurrenzangeboten zu erschweren. Wie man dies macht, ist ebenfalls beschrieben.


Zielsetzung einer Firma

Eine Firma hat immer zum Ziel, Geld zu verdienen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn irgendwer stellt ja das Geld zur Verfügung, damit sie überhaupt ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen kann. Dabei ist es unerheblich, ob diese Firma Waren herstellt bzw. Dienstleistungen erbringt oder ob es sich um einen reinen Vertrieb handelt, der Waren nur durchreicht oder Dienstleistungen vermittelt. Der Geldgeber steht immer vor folgender Situation: Er hat ein gewisses Risiko, daß die Firma Pleite macht und das gesamte eingesetzte Geld auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Alternativ könnte er sein Geld zu einem festen Zinssatz auf die Bank legen anstatt es in die Firma zu investieren. Dann könnte er nachts ruhig schlafen, weil Geld samt Zinsen sicher sind. Also wird er sein Geld nur dann in eine Firma investieren, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, daß sie pro Jahr deutlich mehr Überschuß erwirtschaftet als er Zinsen von der Bank bekäme. Insofern ist es auch absolut gerechtfertigt, daß das Ziel einer Firma immer ist, mehr Gewinn zu erwirtschaften, als eine Bank an Zinsen zahlen würde.

Selbst wenn eine Firma lediglich Waren vertreibt, d.h. irgendwo einkauft und dann an Endkunden weiterverkauft, muß sie allein schon deswegen auf den Einkaufspreis einen gewissen Prozentsatz aufschlagen, um den Geldgeber zufriedenzustellen. Hinzu kommen die laufenden und fixen Kosten wie z.B. Mitarbeitergehälter und Büromiete, die ebenfalls auf die verkauften Waren umgelegt werden müssen. Stellt die Firma hingegen Waren her, wird es noch etwas komplizierter, da hier die Anschaffungs- und Betriebskosten für die Maschinen und die Entwicklungskosten für das jeweilige Produkt zusätzliche Kosten verursachen, die ebenfalls auf die produzierten Produkte umgelegt werden müssen. Firmen unterscheiden sich nicht nur dahingehend, wie effizient sie Waren herstellen bzw. vertreiben können, sondern auch in der Qualität, mit der sie dies tun.

Wie Sie schon sehen, hat eine Firma grundsätzlich nichts zu verschenken, sondern ist gezwungen, immer Ihr Bestes zu wollen, nämlich Ihr Geld. Das ist Regel Nummer 1, die Sie sich sehr gut merken sollten.


Zum Kauf animieren

Da es meistens nicht nur eine einzige Firma gibt, die ein bestimmtes Produkt anbietet, kann eine Firma ihre Preise nicht so frei gestalten, wie sie es gerne möchte. Denn der unmittelbare Konkurrent ist natürlich immer bestrebt, einem die Kunden wegzuschnappen. Dies gelingt ihm bei gleicher Qualität ganz gut, wenn er zu einem günstigeren Preis verkaufen kann. Da aber jeder nur mit Wasser kocht, sind die Unterschiede bei effizient arbeitenden Firmen nicht sehr groß, wenn es sich um vergleichbare Produkte ähnlicher Qualität handelt. Daher muß man sich andere Strategien ausdenken, sich die Kunden zu angeln. Einer kann sein, daß das Produkt optisch hochwertig bleibt, aber am Innenleben kräftig gespart wird, wodurch seine Gebrauchstauglichkeit oder die zu erwartende Lebensdauer leidet. Ein solches Gerät kann man dann billiger als die Konkurrenz anbieten, sofern der Kunde von den Sparmaßnahmen nichts erfährt.

Eine andere Methode kann sein, die Sparmaßnahmen am Gerät zwar in vernünftigen Grenzen zu halten, sodaß die Qualität nicht leidet, aber dann an anderen Dingen zu sparen, die man nicht sofort sieht. Sehr beliebt ist dabei der Support, wobei man das Sparen am Support natürlich hervorragend mit dem Sparen am Produkt kombinieren kann, um zu einem günstigen Preis anbieten zu können, ohne daß es der Masse der Kunden auffällt. Daß das Gerät minderwertig ist, fällt ihm ja erst dann auf, wenn es kurz nach der Gewährleistungszeit infolge eines Defekts seinen Dienst versagt. Und daß am Service gespart wurde, merkt er auch erst daran, daß dieser nur über teure 01805- oder gar 0900-Nummern erreichbar ist, und man unverschämt lange in einer Warteschleife verbringen muß, bis man überhaupt einmal mit einem Bearbeiter sprechen kann.

In Mobilfunkkreisen ist es hingegen sehr verbreitet, die wahren Kosten möglichst unter den Tisch zu kehren und mit den Schlagworten "1 €" und vielleicht auch noch "kostenlos telefonieren" zu werben. Das Sternchen hinter "1 €" verweist dann oft auf einen extrem klein gedruckten und schlecht lesbaren Text, in dem dann beispielsweise davon die Rede ist, daß man sich bei Kauf des vermeintlich günstigen Mobiltelefons vertraglich 2 Jahre lang an das Unternehmen bindet und daß pro Monat eine Grundgebühr von 15 € fällig werden. Das doppelte Sternchen hinter "kostenlos telefonieren" verrät dann vielleicht, daß man sich dieses "kostenlose" Telefonieren mit zusätzlichen 25 € pro Monat erkaufen (!) muß. Wenn man weiterliest, stellt man dann auch noch fest, daß damit lediglich die Telefonate ins Festnetz abgegolten sind. Pro Monat zahlt man dann schlappe 40 €, d.h. über die Vertragslaufzeit sagenhafte 960 €, wobei dann noch die Gesprächskosten für die teuren Telefonate in die Mobilfunknetze hinkommen. Von kostenlosem Telefonieren kann daher in Anbetracht der monatlichen Kosten von 40 € absolut keine Rede sein, aber es gibt trotzdem nicht wenige Leute, die auf solche Werbeformen hereinfallen und mit dem Brustton der Überzeugung behaupten, sie würden kostenlos telefonieren.

Der legendäre Rockefeller verschenkte schon vor ca. 100 Jahren in großem Stil Petroleumlampen - und zwar keineswegs aus Menschenfreundlichkeit heraus, sondern um den Absatz seines Petroleums anzukurbeln, mit dem er einen sagenhaften Reichtum erzielte. Merkwürdigerweise scheinen diese Methoden heutzutage immer noch sehr gut zu funktionieren, und zwar nicht nur beim Mobilfunk: Druckerhersteller verkaufen ihre Tintenstrahldrucker oft zu Preisen, die Käufern den Kommentar "fast geschenkt" entlocken. Die böse Überraschung folgt schon bald, wenn nämlich die Farbpatronen leer sind und neue zu astronomisch hohen Preisen gekauft werden müssen. Da die Gewinne beim Verkauf von Druckertinte so extrem hoch sind, möchten natürlich gern andere Firmen am warmen Geldregen teilhaben. Diesen Firmen versucht man nach Möglichkeit durch Chips in den Patronen, Patente etc. soweit es geht, aus dem Markt zu drängen oder wenigstens dicke Steine in den Weg zu legen. Wer sich vorher nicht erkundigt, erfährt von diesem ganzen Schlamassel natürlich erst dann, wenn er den Drucker schon gekauft hat. Oft überwiegt dann aber die fatale Einstellung, trotz der völlig überzogenen Preise zähneknirschend das Verbrauchsmaterial zu kaufen, weil man ja nun den Drucker schon besitzt, obwohl es kommerziell gesehen völlig schwachsinnig ist. Sinnvoll wäre hingegen, wenn man nicht absoluter Wenigdrucker ist, trotz der höheren Initialkosten das Verschrotten des Geldsaugers und die Anschaffung eines Modells mit deutlich niedrigeren Verbrauchskosten.

Fast noch besser funktioniert ein überteuerter Verkauf, wenn es einer Firma gelingt, daß ihre Produkte als "in" angesehen werden. Dies funktioniert z.B. bei Kleidung, Schuhen und Mobiltelefonen für bestimmte Zielgruppen sehr gut. Wenn sich die Leute durch ihr Umfeld derart unter Druck setzen lassen, daß sie ein ganz bestimmtes Produkt unbedingt haben müssen, um vordergründig mit zur Gemeinschaft zu gehören, hat der Hersteller ein Alleinstellungsmerkmal, das ihn zum Quasi-Monopolisten macht. Damit kann er nahezu jeden Preis verlangen und tut das üblicherweise auch bis zur absoluten Schmerzgrenze der jeweiligen Klientel.




Strategien durchschauen

Eine bekannte Strategie ist es, sich mit großem Werbegetöse in den Medien omnipräsent als angeblich billigster Anbieter zu präsentieren und dadurch als günstige Bezugsquelle in den Köpfen festzumauern. Leider ist es allzu menschlich, daß man irgendwann Dinge glaubt, die einem durch stete Wiederholung ins Gehirn gehämmert wurden, auch wenn sie noch so unzutreffend sind. Untermauert wird der Eindruck des billigsten Anbieters durch wöchentliche Sonderangebote mit vordergründig sehr günstigen Preisen. Daß dort nicht selten Ladenhüter oder zweitklassige Geräte angeboten werden, entdeckt man erst, wenn man die angebotenen Produkte genau unter die Lupe nimmt. Die Strategie dabei ist, damit Kunden in den Laden zu locken und entweder den Ladenhüter loszuwerden oder aber noch lieber ein "anständiges" Gerät zu einem aus Verkäufersicht guten Preis zu verkaufen. Durch ab und zu vorhandene wirklich günstige Angebote verschleiert man geschickt, daß die meisten Angebote nicht wirklich ein Schnäppchen sind. Weiterhin ist es offenbar ebenfalls Strategie, daß speziell Kleinteile mitunter exorbitant teuer angeboten werden. Hierbei wird ausgenutzt, daß bei einem Verkaufspreis von nur wenigen Euros viele Leute auf einen Preisvergleich verzichten.

Die ganzen Verkaufsstrategien kann man relativ leicht durchschauen, wenn man immer im Hinterkopf behält, daß Firmen absolut nichts zu verschenken haben, auch wenn es vordergründig den Anschein hat, als würde eine Firma etwas verschenken oder zumindest sehr günstig verkaufen. Sie können sicher sein, daß entweder das vorgebliche Schnäppchen überhaupt keins ist oder sie versucht, sich das vordergründig verschenkte Geld auf Umwegen wiederzuholen. Es kann natürlich sein, daß die Geschäftsidee nicht aufgeht und damit die Kunden tatsächlich einen Vorteil haben, aber dies kommt eher selten vor. Wenn also ein Produkt bei einem Hersteller bzw. Verkäufer deutlich billiger als bei den anderen ist, hat das mit Sicherheit eine Ursache - und zwar fast ausnahmslos nicht die, daß dieser so nett ist und die Käufer beglücken will, indem er mit weniger Gewinn kalkuliert als alle anderen oder gar noch etwas drauflegt. Vielmehr hat er ganz offensichtlich irgendwo gespart oder verheimlicht Kosten, die den vermeintlich günstigen Preis unter dem Strich zunichte machen. An dieser Stelle liegt es nun an Ihnen herauszufinden, ob er an funktionswichtigen oder qualitätskritischen Teilen gespart hat. Sofern es sich nicht gerade um eine völlig neue Technologie handelt, werden Sie im Internet oder im Freundeskreis sicher einige Rückmeldungen zu Produkten der betreffenden Firma finden. Entsprechend Ihren Anforderungen an das Produkt können Sie dann abschätzen, ob es für den geplanten Einsatz verwendbar ist oder nicht.

Zudem ist es immer sinnvoll, sich über die Gesamtkosten über die Lebensdauer des Produkts Gedanken zu machen. Einerseits gibt es Qualitätsprodukte, die für ihre lange Lebensdauer und eine sehr gute Ersatzteilversorgung bekannt sind, d.h. man kommt voraussichtlich über 20 Jahre mit einer einzigen Waschmaschine ohne oder nur mit kleinen Reparaturen aus, wobei man bei der Konkurrenz in dieser Zeit mit 2 oder 3 Geräten rechnen muß. Dies rechtfertigt natürlich einen höheren Anschaffungspreis. Weiterhin sind im Anschaffungspreis teurere Produkte oft sparsamer im Verbrauch (egal ob Strom, Wasser, Tintenkosten oder sonstige Verbrauchskosten bzw. Gebühren) als billige und bieten mehr bzw. eine bessere Funktionalität. Unter dem Strich sieht man dann, welches Produkt wirklich günstiger ist. Fast immer kommt dabei heraus, daß die vordergründige Mentalität, daß Geiz geil sei, nicht wirklich zielführend ist, sondern dazu führt, daß man unter dem Strich erstens deutlich mehr bezahlt und dann auch noch oft das weniger wertige Produkt hat.


Wertanalyse

Für "fortgeschrittene" Käufer ist es sinnvoll, sich ein bißchen an den Methoden industrieller Einkäufer zu orientieren. Die bezahlen nämlich längst nicht jeden Preis, die die Lieferanten fordern, sondern führen oft eine sogenannte Wertanalyse durch. Dabei wird (z.T. basierend auf Annahmen, denn die genauen Gegebenheiten kennen auch die Einkäufer nicht immer) kalkuliert, wieviel das Produkt kosten darf, wenn man dem Lieferanten einen angemessenen Gewinn zugesteht. Hierzu schaut man sich an, wie teuer die Einzelteile sind, und addiert hierzu die Herstellungskosten incl. sämtlicher Umlagen (Entwicklungskosten, Anschaffung von Maschinen etc.). Dann multipliziert man diesen Betrag mit einem Faktor, der den Gewinn widerspiegelt, den man dem Hersteller zugesteht. Da Sie normalerweise nicht direkt beim Hersteller einkaufen können, müssen Sie zusätzlich diesen Betrag mit einem anderen Faktor multiplizieren, den Sie dem Großhandel als Kosten plus Gewinn zugestehen, und dann mit einem weiteren Faktor für den Einzelhandel. Zuletzt muß man berücksichtigen, daß überall der Staat die Hand aufhält und eine Verbrauchssteuer verlangt. Wenn man gut geschätzt hat, hat man den Verkaufspreis, den man bei normalen Marktgegebenheiten basierend auf den realen Kosten bezahlen müßte.

Wenn Sie beispielweise bei Jeans eine Wertanalyse durchführen, werden Sie herausfinden, daß die meisten in Deutschland angebotenen Jeans absolut maßlos überteuert sind. Auf der einen Seite werden für Markenjeans heutzutage um die 100 € verlangt (z.T. sogar noch deutlich mehr), auf der anderen Seite handelt es sich lediglich um Hosen einfacher Machart, die zudem aus wenig hochwertigem Stoff hergestellt werden. Was viele Leute nicht wissen oder aber verdrängen: Jeans sind aus der Historie heraus einfache Arbeitshosen, die seinerzeit auf möglichst geringe Herstellungskosten getrimmt waren. Dies ist auch der Grund für die ursprünglich ausschließlich blaue Farbe, da eine Indigo-Färbung zwar qualitativ schlecht ist, weil sich die Farbe -eigentlich absolut unerwünscht- langsam auswäscht, aber billiger als andere Färbungen war. Darüberhinaus werden Jeans zum größten Teil in Niedriglohnländern (vorzugsweise in China und Thailand sowie der Türkei, wo der Monatslohn oft eher unter als über 100 € liegt) hergestellt. Da auch das Ausgangsmaterial Baumwolle nicht teuer ist, sind die Herstellungskosten sehr gering. So verwundert es nicht, daß man in Bangkok als Endkunde recht ordentliche Jeans für lediglich 4 € kaufen kann, wobei hier sowohl der Hersteller als auch der Verkäufer noch etwas verdient haben!

Für eine richtige Wertanalyse müßten Sie leider profunde Sachkenntnisse mitbringen, um die Rohstoff- und Produktionskosten abschätzen zu können. Hier hilft es aber oft weiter, sich am billigsten Produkt einer Produktgruppe zu orientieren oder soweit bekannt die Preise in anderen Ländern zum Vergleich heranzuziehen. Wenn man jetzt einfach einmal annimmt, daß besagte Jeans etwas schlampig zusammengenäht und der Stoff auch nicht der beste sei (was aber in diesem Fall nicht der Fall war), kann man einen Aufpreis für ordentliche Arbeit und guten Jeansstoff einkalkulieren und landet dabei incl. Transportkosten nach Deutschland incl. Zollgebühren bei sehr großzügigen 10 €. Wenn man dann dem Importeur 50% und dem Einzelhändler 100% als Aufwand und Gewinn zugesteht, sind wir bei 30 €. Incl. Mehrschweinsteuer von 19 % ergeben sich damit knapp 36 €; hierbei sprechen wir aber schon von einer absoluten Edel-Jeans mit sehr guten Gewinnmargen bei allen Beteiligten! Alles, was über diesen Preis hinausgeht, ist ein Marktpreis, der sich aus Angebot und Nachfrage ergibt und mit den Herstell- und Vertriebskosten rein garnichts mehr zu tun hat. Wenn es genügend Leute gibt, die die Zusammenhänge nicht kennen und offenbar nahezu jeden Preis zu zahlen bereit sind, sind die Marktpreise entsprechend hoch. Über den erzielten Mehrpreis freut sich natürlich jemand, der sich die Differenz lächelnd in die Tasche steckt. Global gesehen wird das zwar meistens nicht gelingen, aber es gibt immer Märkte mit mangelhafter Preissensitivität, auf denen dies funktioniert. Man schaue sich nur Online-Auktionen zu bestimmten Produkten an, wo aus Unkenntnis der Käufer nicht selten Preise erzielt werden, die weit oberhalb des Preises liegen, die man in einem ganz normalen Laden bezahlen müßte.

Wenn man basierend auf realistischen Annahmen eine Wertanalyse gemacht hat, wird man wie im Beispiel mit den Jeans feststellen, daß manche Produkte erheblich teurer angeboten werden. Leider hat man als einzelner Käufer nicht die Einkaufsmacht der Großindustrie, die die Zulieferer antanzen lassen kann, um sie mit deren Wertanalyse zu konfrontieren und günstigere Preise durchzusetzen. Hier hat man leider nur die Wahl, entweder zähneknirschend die geforderten Preise zu zahlen, preiswertere Produkte eines anderen Herstellers zu kaufen oder eine Verweigerungshaltung einzugehen, was mitunter eine gute Strategie ist, wenn eine ganze Branche durchgeknallt ist und man andere Alternativen hat. Man muß in seiner Freizeit beispielsweise weder zwingend Jeans noch Turnschuhe von sogenannten Markenherstellern tragen, sondern kann auf andere Hosen und andere Schuhe ausweichen.

Ein anderes Ergebnis der Wertanalyse kann sein, daß die am Markt verfügbaren Produkte billiger sind als erwartet. Es kann dann einfach sein, daß Sie die Kosten überbewertet haben (im industriellen Maßstab sind viele Einzelteile sehr viel billiger, als wenn Sie sie im Laden kaufen) oder von falschen Voraussetzungen ausgegangen sind. Es kann aber auch sein, daß die Material- und Herstellungskosten gnadenlos und ohne Rücksicht auf Verluste reduziert wurden. In Deutschland sind beispielsweise viele Lebensmittel überraschend günstig. Wenn man rückwärts recherchiert, warum z.B. Eier so billig sind, stößt man zwangsläufig auf die unsägliche und in Deutschland inzwischen verbotene Käfighaltung als Ursache, die mit einer minderen Qualität der Eier einhergeht, zumal man zusätzlich auch beim Futter spart, wo es nur geht. Hier ist es sinnvoll, freiwillig mehr zu bezahlen, um dafür auch bessere Qualität zu bekommen. Die Schwierigkeit dabei ist die Beurteilung, ob man für mehr Geld auch tatsächlich bessere Qualität erhält. Bei Eiern ist dies mittlerweile durch die Kennzeichnungspflicht relativ einfach (eine gefälschte Kennzeichnung ist Betrug, der strafrechtlich verfolgt werden kann), bei anderen Produkten gibt es aber keine gesetzlichen Regelungen, die auch kontrolliert werden. Hier sind Sie auf Testberichte, Verbrauchermeinungen etc. und vor allem Ihren gesunden Menschenverstand angewiesen.


Günstiger Kauf

Wenn man ein Produkt kauft, das die Erwartungen nicht erfüllt oder das schon kurz nach der Gewährleistungszeit kaputtgeht, hat man das gesamte Geld das Fenster hinausgeschmissen. Entsprechend ist es sinnvoll, von Spontankäufen abzusehen und sich vor dem Kauf ausreichend zu informieren, wie zufrieden andere Nutzer mit dem ins Auge gefaßten Produkt sind und wie hoch die Gesamtkosten incl. aller Nebenkosten über die zu erwartende Lebensdauer sind. Oft wird man beispielsweise feststellen, daß die in vielen bunten Sonderangebotslisten beworbenen billigen Geräte nur auf den ersten Blick günstig sind. Es handelt sich oft um Produkte, die nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und damit z.B. viel Energie oder Wasser verbrauchen, schlampig in irgendwelchen Billiglohnländern zusammengeschraubt und/oder aus minderwertigen Materialien hergestellt wurden. Bei Verbrauchermeinungen ist es übrigens sinnvoll, sich speziell die negativen Meinungen herauszupicken und zu ergründen versuchen, was im Detail schlecht ist. Positive Meinungen sind oft weniger aussagekräftig, da viele Leute auch grobe Mängel nicht erkennen oder erkennen wollen. Beispiel: Zu gewissen Fernost-No-Name-Billigstreifen sind im Internet auffallend viele positive Meinungen zu finden, obwohl diese Reifen mit weitem Abstand die schlechtesten in einem ADAC-Test waren.

Wenn man sich für ein bestimmtes Produkt entschieden hat oder mehrere als gleichwertig erachtete Produkte ins Auge gefaßt hat, kann man versuchen, für dieses Produkt den günstigsten Händler zu finden. Hierzu kann man die bekannten Preissuchmaschinen im Internet benutzen. Der günstigste Händler muß dabei übrigens nicht der billigste sein, denn unter den günstigsten finden sich oft solche, von denen man noch nie etwas gehört hat, deren Firmensitz weit vom eigenen Wohnort entfernt ist und von dem man nicht weiß, ob es ihn morgen noch gibt. Im Falle von Problemen und Reklamationen ist es ohnehin sehr günstig, wenn man persönlich vorsprechen kann anstatt in einer teuren 0900-Warteschleife sein Geld zu verplempern. Wenn beispielsweise der örtliche Händler die neue Waschmaschine am Samstag anliefert, sodaß man zur Entgegennahme keinen Urlaubstag spendieren muß, ohne Aufpreis auch in den Keller oder in einem Haus ohne Aufzug in den 5. Stock liefert, dort fachmännisch anschließt und die ganzen Verpackungsteile zur Entsorgung mitnimmt, ist es durchaus gerechtfertigt, wenn er etwas mehr verlangt als ein Versandhändler, der nur wochentags per Spedition hinter die erste verschließbare Tür oder gar nur bis zur Bordsteinkante anliefert. Dann muß man nämlich selber sehen, wie man die schwere Waschmaschine beschädigungsfrei an den endgültigen Platz transportiert und anschließt. Immerhin ist dann der Urlaubstag nicht nur durch Warten auf die Spedition vertan.

Insgesamt kann man sagen, daß es unter dem Strich oft günstiger ist, für das gewünschte Produkt etwas zuviel zu bezahlen, als beim billigsten Angebot zuzuschlagen. Denn oft erhält man beim billigsten Angebot ein Produkt, das die Erwartungen nicht erfüllt oder sehr schnell kaputtgeht. Dann müssen Sie es noch einmal kaufen - dieses Mal ein teureres, um die gemachten negativen Erfahrungen nicht noch einmal zu machen. Dabei zahlen Sie in Summe deutlich mehr, als wenn Sie bei der Anschaffung gleich ein bißchen mehr bezahlt und dafür ein ordentliches Produkt mit langer Lebensdauer erhalten hätten. Das Optimum werden Sie aufgrund der oft fehlenden Detailinformationen ohnehin nur durch Zufall finden, so daß Sie sich nicht ärgern sollten, wenn Sie später das Gefühl haben, ein bißchen zuviel bezahlt zu haben. Gerade wenn Sie nicht viel Geld zur Verfügung haben, können Sie sich zu billige Produkte eigentlich garnicht leisten, sodaß ein bißchen zuviel bezahlt immer ganz erheblich besser ist als ein bißchen zu wenig, womit die Notwendigkeit eines Neukaufs verknüpft ist.


Fazit

Auf der einen Seite werden in Deutschland viele Produkte zu überhöhten Preisen angeboten, die einer Wertanalyse bei weitem nicht standhalten, weil's der Markt einfach hergibt. Darunter fällt nahezu alles, was als "hip" und "trendy" gilt. Auf der anderen Seite muß man aufpassen, weil bei etlichen Produkten aufgrund der Geiz-ist-geil-Mentalität schon soviel bei der Herstellung gespart wurde, daß diese Produkte ihren Zweck nicht mehr richtig erfüllen, also entweder schon gleich nicht richtig funktionieren oder schnell kaputtgehen.

Es ist vor allem bei größeren Anschaffungen sinnvoll, sich zu informieren und das Produkt incl. seiner Preisgestaltung verstehen zu wollen. 100%ig wird dies zwar selten gelingen, aber es hilft Ihnen, im groben Rahmen die Spreu vom Weizen zu trennen. Wenn Sie diesen Aufwand scheuen, können Sie in den meisten Fällen das Risiko ein wenig reduzieren, Schrott zu kaufen, indem Sie es unterlassen, die allerbilligsten Produkte einer Produktgruppe zu kaufen. Dies schützt natürlich nicht vor Gerätegruppen, die Schrott by design sind wie beispielsweise  LCD-Fernsehgeräte zur Wiedergabe der üblichen PAL-Fernsehsendungen. Vor solchen Fehlkäufen kann man sich nur schützen, indem man Zeit investiert und sich umfassend informiert, den gesunden Menschenverstand einschaltet und vor allem das leider oft unqualifizierte Geschwätz von Verkäufern ignoriert, die über das jeweilige Produkt nur extrem selten mehr sagen können, als im Herstellerprospekt steht, der zudem vor Werbegesülze trieft.
   

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Letztes Update dieser Seite: 23.08.2014 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)